1. Mai: Arbeitsrechte sind Menschenrechte

Wer sich gewerkschaftlich engagiert, sich für faire Löhne und gerechte Arbeitsbedingungen einsetzt, lebt in vielen Ländern gefährlich. Dabei ist das Recht, Gewerkschaften zu bilden und ihnen beizutreten, in internationalen Menschenrechtsabkommen festgeschrieben. Dennoch werden weltweit Menschen, die sich für die Rechte von Arbeiternehmer_innen einsetzen, gekündigt, bedroht und sogar strafrechtlich verfolgt. Deshalb machen wir uns zum Tag der Arbeit am 1. Mai wieder für Menschen weltweit stark, die sich für ihre und die Arbeitsrechte anderer einsetzen.

MEXIKO: GERECHTIGKEIT FÜR JORGITO!
Jorge Pérez Ortega (genannt „Jorgito“) arbeitete bis Juni 2020 als Reinigungskraft in einem Krankenhaus in Mexiko-Stadt, in dem hunderte von COVID-19-Patient_innen behandelt wurden. Nach eigener Aussage erhielten weder er noch seine Kolleg_innen angemessene Infektionsschutzkleidung von ihrem Arbeitgeber. Nachdem er während seiner Mittagspause einem lokalen Fernsehsender von dieser Situation berichtete, wurde er ohne schriftliche Begründung und ohne Entschädigung entlassen. Er erhielt den Hinweis, dass er das Interview nicht hätte geben dürfen.

CHINA: FREIHEIT FÜR LI QIAOCHU!
Die Menschenrechtlerin Li Qiaochu wurde am 6. Februar von der Polizei abgeführt. Laut einer ihren Eltern vorgelegten Haftbenachrichtigung muss sie sich möglicherweise wegen Vorwürfen verantworten, die mit Umsturz zusammenhängen. Es ist zu befürchten, dass Li Qiaochu nur deshalb inhaftiert wurde, weil sie auf Folter und andere Misshandlungen im Gefängnis von Linshu County aufmerksam gemacht hat. Sie befindet sich seit einem Monat ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft und ist somit in Gefahr, gefoltert oder auf andere Weise misshandelt zu werden. Außerdem ist unklar, ob und wann sie medizinisch versorgt wird, was aufgrund ihrer Depressionen dringend notwendig ist.

IRAN: FREIHEIT FÜR MEHRAN RAOOF!
Der britisch-iranische Staatsbürger und Arbeitsrechtsaktivist Mehran Raoof wird willkürlich im Evin-Gefängnis in Teheran festgehalten. Angehörige der Revolutionsgarden hatten ihn am 16. Oktober 2020 festgenommen. Er wird in verlängerter Einzelhaft gehalten, was einen Verstoß gegen das absolute Verbot von Folter und anderen Misshandlungen darstellt. Er ist ein gewaltloser politische Gefangener und muss umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

 

Wer sich für die Einhaltung der Menschenrechte und Gleichberechtigung am Arbeitsplatz einsetzt, darf dafür nicht ins Gefängnis kommen!
Wer prekäre Arbeitsbedingungen thematisiert, darf nicht seinen Job verlieren!

Die Online-Aktionen für die drei Aktivist_innen findet ihr unter www.amnesty.de/gewerkschaft.

1. Mai 2021